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4. Juli 2026 · 2 Min. Lesezeit

Patrick Steger·Gründer von Clienta

Stundensatz berechnen als Freelancer (Schweiz & Deutschland): der ehrliche Rechenweg

Warum dein Gehalt geteilt durch 2000 Stunden nicht dein Stundensatz ist — und wie du rückwärts vom Zieleinkommen zum nötigen Satz rechnest. Mit Sozialabgaben für CH und DE und kostenlosem Rechner.

Workflow-Visual

Vom Aufgabenstart bis zur Rechnung

01

Planen

02

Umsetzen

03

Freigeben

04

Abrechnen

Inhaltsverzeichnis

Die häufigste Fehlrechnung beim Start in die Selbstständigkeit geht so: „Ich hatte 90'000 im Jahr, das sind bei 2000 Stunden 45 pro Stunde." Wer so kalkuliert, arbeitet nach ein paar Monaten für weniger als angestellt — nur mit mehr Risiko.

Der Grund: Ein Arbeitgeber hat vieles getragen, was jetzt an dir hängt. Und nicht jede Arbeitsstunde ist eine verrechenbare Stunde.

Dieser Beitrag zeigt den ehrlichen Rechenweg. Wenn du direkt eine Zahl willst: Der Stundensatz-Rechner macht die Rechnung mit Presets für die Schweiz und Deutschland — kostenlos und im Browser.

Der Denkfehler: Bruttostunden ≠ verrechenbare Stunden

Eine 40-Stunden-Woche heisst nicht 40 verrechenbare Stunden. Nicht bezahlt werden unter anderem:

  • Akquise und Angebote schreiben
  • Buchhaltung, Rechnungen, E-Mails, Admin
  • Weiterbildung
  • Ferien, Krankheit, Feiertage

Realistisch bleiben bei vielen Solo-Freelancern 20 bis 25 verrechenbare Stunden pro Woche. Das ist der Hebel, den fast alle unterschätzen — und der Grund, warum der nötige Satz höher ist als gedacht.

Der Rechenweg, rückwärts

Statt vom Satz auszugehen, rechnest du vom Ziel zurück:

  1. Zieleinkommen festlegen — das, was dir vor Steuern bleiben soll.
  2. Um Sozialabgaben hochrechnen. In der Schweiz rund 10% (AHV/IV/EO), in Deutschland grob 20% (Kranken- und Rentenversicherung, individuell). Formel: Roheinkommen = Zieleinkommen ÷ (1 − Abgabensatz).
  3. Betriebskosten addieren — Software, Versicherungen, Büro, Geräte.
  4. Durch verrechenbare Stunden pro Jahr teilen — Arbeitswochen × verrechenbare Stunden pro Woche.

Ein Beispiel für die Schweiz: 90'000 Zieleinkommen, 10% Abgaben, 12'000 Betriebskosten, 46 Wochen à 22 verrechenbare Stunden.

  • Roheinkommen: 90'000 ÷ 0,9 = 100'000
  • Umsatz: 100'000 + 12'000 = 112'000
  • Verrechenbare Stunden: 46 × 22 = 1'012
  • Nötiger Satz: 112'000 ÷ 1'012 ≈ 111 CHF/Stunde

Weit weg von den 45, mit denen die naive Rechnung gestartet ist.

Was der Rechner nicht einrechnet

Die Einkommensteuer ist bewusst nicht enthalten. Sie hängt von Kanton oder Bundesland, Abzügen und Gesamteinkommen ab und lässt sich nicht seriös pauschalieren. Nimm das Ergebnis als Untergrenze vor Steuern und rechne Marge dazu — für Puffer, Investitionen und schlechtere Monate.

Auch Presets sind nur Startwerte. Deine echten Abgaben kennst du selbst am besten oder erfragst sie bei deiner Steuerberatung.

Vom Satz zur Rechnung

Den Satz zu kennen ist die halbe Miete. Die andere Hälfte ist, die geleisteten Stunden auch zu diesem Satz zu fakturieren — ohne dass unterwegs Stunden verloren gehen oder untergehen.

Probier den Stundensatz-Rechner mit deinen Zahlen. Und wenn du den Weg von der erfassten Stunde zur fertigen Rechnung verkürzen willst, lies Von Stunden zur Rechnung. Für Schweizer Kunden brauchst du am Ende einen QR-Zahlteil — auch den gibt es hier kostenlos.

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